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BGH-Urteil vom 25.1.2013, Methode KOCH auch bei Teilschäden geeignet, BGH korrigiert Palandt

von Dr. Hans Joachim Schulz

 

BGH-Urteil vom 25.1.2013 - V ZR 222/12

Leitsatz: Auch wenn ein Gehölz oder ein Baum nicht zerstört, sondern nur beschädigt wird (hier: Thujenabpflanzung), kann die dadurch entstandene Wertminderung des Grundstücks im Grundsatz nach der "Methode Koch" berechnet werden. Die Vorschriften der Immobilienwertermittlungsverord-nung vom 19. Mai 2010 stehen dem nicht entgegen.
 
  • Urteilspassagen: Für die Bemessung der (Grundstücks-)Wertminderung ist die "Methode Koch" auch bei einer Teilschädigung geeignet.
  • Das Sachwertverfahren ist eine von mehreren im Grundsatz gleichrangigen Methoden zur Ermittlung des Grundstückswerts (vgl. §§ 21 ff. ImmoWertV; Senat, Urteil vom 2. Juli 2004 V ZR 213/03, BGHZ 160, 8, 12).
  • Maßgeblich ist bei einem Gehölzschaden anders als bei bloßen Verkehrs-wertermittlungen von Grundstücken der Vergleich zwischen dem Zustand des konkreten Grundstücks vor und nach dem Eintritt des Schadensereig-nisses. Diese Differenz kann im Regelfall nicht durch das Vergleichs- und Ertragswertverfahren, sondern nur durch ein auf die spezielle Fragestellung zugeschnittenes Sachwertverfahren bemessen werden; dazu dient die "Methode Koch" sowohl bei einer Zerstörung als auch bei einer Beschädigung.
  • Hiernach ist der Zeitwert des beschädigten Gehölzes zu ermitteln, also der in der Vergangenheit für die Aufzucht erforderliche Aufwand. Richtigerweise ist eine Kapitalisierung vorzunehmen; denn es geht gerade nicht um einen erst zukünftig anfallenden Aufwand (unzutreffend daher Palandt/Grüneberg, aaO, § 251 Rn. 12).
  • Die sachverständige Beurteilung ist Aufgabe eines Baum- oder Gehölzsachverständigen.
  • Diese Fragen liegen außerhalb der Kompetenz eines Sachverständigen für Grundstücksbewertung.

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